22-04-2025 15:13

Borrelia burgdorferi, der Erreger der Lyme-Borreliose, ist nur eine von vielen schädlichen Bakterien, die durch Zecken übertragen werden können. Ein Zeckenbiss kann auch eine Rickettsiose auslösen. Dabei handelt es sich um eine hinterhältige Infektion, verursacht durch ein Bakterium aus der Rickettsia-Gruppe. Beispiele für solche Infektionen sind Fleckfieber und Q-Fieber. Genug Gründe also, bei einem Spaziergang durch die Natur zeckenabweisende Kleidung zu tragen. Nachfolgend findest du mehr Informationen über Rickettsia-Bakterien und die Krankheiten, die sie verursachen können.

Was sind Rickettsia-Bakterien?

Rickettsia ist der Sammelbegriff für eine Gruppe von Bakterien, die nur in den Zellen eines anderen Organismus leben können. Für ihre Vermehrung benötigen diese Bakterien ebenfalls die Zellen eines Wirts. Für einige Rickettsia ist der Mensch der Hauptwirt. Die meisten Rickettsia parasitieren jedoch auf Tieren. Von diesen Tieren werden Rickettsia unter anderem durch die Bisse von Zecken, Milben, Flöhen, Läusen und Ratten (den sogenannten Vektoren) auf Menschen übertragen.

Jedes Rickettsia-Bakterium hat einen eigenen Wirt und einen eigenen Vektor. Dies gilt übrigens auch für Ehrlichia, eine Gruppe von Bakterien, die den Rickettsia stark ähneln und ähnliche Krankheiten verursachen.

Beispiele für spezifische Rickettsia-Bakterien sind:

  • Rickettsia Felis
  • Rickettsia Japonica
  • Rickettsia Akari
  • Rickettsia Africae
  • Rickettsia Australis
  • Rickettsia Burnetii
  • Rickettsia Quintana
  • Rickettsia Massilae.

Was ist eine Rickettsiose?

Eine Rickettsiose ist eine Infektion durch ein Rickettsia-Bakterium. Der Begriff steht für alle Krankheiten, die eine solche Infektion verursachen kann, unabhängig davon, um welches Rickettsia-Bakterium es sich handelt. Die folgenden Krankheiten sind Beispiele für eine Rickettsiose:

  • (epidemisches) Fleckfieber
  • Rocky Mountain spotted fever
  • Brill-Zinsser
  • Fievre Boutonneuse.

Welche Symptome hat eine Rickettsiose?

Bei Menschen infizieren Rickettsia-Bakterien die Zellen an der Innenseite der kleinen Blutgefäße. Dadurch werden diese Blutgefäße verstopft oder entzündet. Sie können auch anfangen zu bluten. Das Blut gelangt dann in das umliegende Gewebe. Der Ort der Infektion im Körper bestimmt die Symptome.

Alle Rickettsia-Infektionen zeigen zu Beginn die folgenden charakteristischen Symptome:

  • Fieber
  • starke Kopfschmerzen
  • Hautausschlag
  • ein krankes Gefühl

In einem späteren Stadium können auch folgende Symptome auftreten:

  • Verwirrtheit
  • Husten
  • Atembeschwerden
  • Erbrechen
  • Durchfall

Bei einigen Patienten vergrößert sich die Milz oder Leber, die Nieren versagen und der Blutdruck sinkt gefährlich. Wenn eine Rickettsiose nicht rechtzeitig erkannt und/oder behandelt wird, kann sie tödlich enden.

Wie wird eine Rickettsiose diagnostiziert?

Die ersten Symptome einer Rickettsiose ähneln denen einer Grippe. Um festzustellen, dass es sich um mehr als nur eine harmlose Virusinfektion wie Grippe handelt, ist es wichtig zu prüfen, ob der Patient von einem Vektor eines Rickettsia-Bakteriums gebissen wurde. Zum Beispiel von einer Zecke, Milbe oder einem Floh. Ein solcher Biss kann ein Hinweis auf eine Rickettsia-Infektion sein, insbesondere in Gebieten, in denen diese Infektion häufig vorkommt. Leider können sich die meisten Menschen nicht an einen Biss erinnern. Wenn der Patient einen Hautausschlag bekommt, ist das ebenfalls ein Hinweis auf eine Rickettsiose.

Es gibt (noch) keinen Labortest, mit dem ein Rickettsia-Bakterium im Blut schnell und eindeutig identifiziert werden kann. Auf langwierige (Blut-)Untersuchungen kann der Patient nicht warten. Die Behandlung darf keinen Aufschub erleiden und muss daher auf der Grundlage einer mutmaßlichen Diagnose von Rickettsiose erfolgen.

Wie wird eine Rickettsiose behandelt?

Das Rickettsia ist ein obligat intrazelluläres Bakterium. Das bedeutet, dass es sich in den Zellen seines Wirts versteckt. Dadurch kann unser Immunsystem das Bakterium nur schwer erreichen und bekämpfen. Aus dem gleichen Grund wirken auch nicht alle Antibiotika bei einer Rickettsiose.

Eine Rickettsiose kann am besten frühzeitig mit einem der folgenden drei Antibiotika behandelt werden:

  • Tetracyclin
  • Doxycyclin
  • Chloramphenicol

Diese Antibiotika können oral eingenommen werden. Wenn der Patient so krank ist, dass eine orale Einnahme nicht möglich ist, können diese Mittel intravenös verabreicht werden.

Nach einer Behandlung mit einem dieser Antibiotika wird sich der Patient bald besser fühlen und das Fieber verschwindet innerhalb von drei Tagen. Die Antibiotikakur dauert mindestens eine Woche und länger, wenn das Fieber danach anhält. Je später mit der Behandlung begonnen wird, desto langsamer tritt die Besserung ein und desto länger hält das Fieber an.

Das Ausbleiben der Behandlung oder ein zu später Beginn kann für einen Patienten mit Rickettsiose fatale Folgen haben.