22-04-2025 15:27

Der Dermacentor Reticulatus, die Zecke, die die Lyme-Borreliose überträgt, hat leider mehr als einen Trick im Ärmel. Wenn diese Zecke den Parasiten Babesia trägt, kann sie auch die Krankheit Babesiose übertragen. Diese Krankheit ist besser bekannt als Zeckenfieber. Eine Infektion mit Babesiose kommt bei Menschen zum Glück nur selten vor, aber es gibt Anzeichen dafür, dass die Wahrscheinlichkeit dafür zunimmt. Gib Babesiose keine Chance. Verhindere Zeckenfieber, indem du bei einem Spaziergang in der Natur zeckenabweisende Kleidung trägst. Im Folgenden findest du weitere Informationen über Babesiose.

Was ist ein Babesia?

Babesia ist ein sogenannter Protozoen; ein einzelliger Mikroorganismus, der die roten Blutkörperchen angreift und zerstört. Babesia ist ein Malaria-ähnlicher Parasit, von dem 70 Arten existieren.

Die Zecke, die Babesia überträgt, ist der Dermacentor reticulatus, aus der Ixodes-Familie. Eine Infektion mit Babesia nach einem Zeckenbiss kommt bei Menschen bisher sehr selten vor. Tiere sind viel häufiger betroffen. Schafe und Rinder bekommen beispielsweise Rotwasserkrankheit (hämolytische Anämie) als Folge einer Infektion mit Babesia microti. Auch Hunde stellen eine spezielle Risikogruppe dar.

Ab 1957 wird in der medizinischen Literatur über menschliche Patienten mit einer Babesia-Infektion berichtet. Zunächst betrifft es Menschen ohne Milz, später auch Hunderte von Patienten, die noch ihre Milz hatten, als sie die Infektion bekamen. Insgesamt betrifft es einige Hundert Fälle in den Vereinigten Staaten und einige Dutzend Patienten in Europa. In den Niederlanden wurden wohl mit Babesia infizierte Zecken gefunden, aber noch keine Menschen mit einer Babesia-Infektion.

Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion durch Babesia unter Menschen könnte zunehmen, da die übertragende Zecke (der Dermacentor reticulatus) zunehmend in Nordeuropa beobachtet wird. Dies wird in Zusammenhang mit der Erderwärmung und dem damit verbundenen Klimawandel gebracht.

Was ist eine Babesiose?

Eine Babesiose ist eine Infektion durch einen Babesia-Protozoen. Dieser Blutparasit dringt in die roten Blutkörperchen ein und zerstört sie anschließend. Da die roten Blutkörperchen den Sauerstofftransport im Körper übernehmen, kann eine Babesiose die Gesundheit des Patienten erheblich gefährden. Neben Malaria-ähnlichen Beschwerden kann Babesiose eine hämolytische Anämie verursachen, eine schwere Form der Blutarmut. Die Inkubationszeit bei einer Babesiose nach einem Zeckenbiss beträgt eine bis drei Wochen, manchmal sogar sechs Wochen. Nach einer Bluttransfusion beträgt die Inkubationszeit neun Wochen.

Welche Symptome hat eine Babesiose?

Die ersten Symptome einer Babesiose treten innerhalb von zwei bis vier Wochen nach dem Zeckenbiss auf. Blasse Schleimhäute können auf eine Blutarmut hinweisen, die durch die von Babesia verursachte Schädigung der roten Blutkörperchen entsteht. Ein weiteres spezifisches Symptom ist Blut im Urin; die roten Blutkörperchen zerfallen, der rote Farbstoff (Hämoglobin) wird freigesetzt und färbt den Urin rot. Eine Babesia-Infektion verursacht zudem meist hohes Fieber.

Die Symptome, die in einem späteren Stadium der Infektion auftreten, hängen von den beschädigten Organen und dem Zeitpunkt und Erfolg der Behandlung ab. Für Menschen ohne Milz oder mit verminderter Abwehrkraft aufgrund einer anderen Krankheit (oder einer Störung des Immunsystems) sind die Symptome meist schwerwiegender. Sie können infolge einer Babesiose versterben.

Eine Babesiose geht mit einer Vielzahl von Symptomen einher, die auch bei anderen Infektionen auftreten können, wie:

  • Erschöpfung
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Husten
  • Atemnot
  • Kopfschmerzen

Bei einem Hund mit einer Babesia-Infektion treten Lethargie, rot gefärbter Urin, blasse Schleimhäute und Fieber als die prägnantesten Symptome auf.

Wie wird eine Babesiose diagnostiziert?

Da die genannten Symptome auch bei vielen anderen (Infektions-)Krankheiten auftreten, ist eine Babesiose bei Mensch oder Tier nicht leicht zu diagnostizieren.

Warst du mit deinem Hund eine Weile in einem südeuropäischen Land unterwegs und zeigt er oder sie die prägnantesten Symptome einer Babesiose? Wie blasse Schleimhäute und Blut im Urin? Dann solltest du ernsthaft an eine Babesiose denken.

Es ist immer eine gründliche Untersuchung erforderlich, um festzustellen, ob die Beschwerden durch eine Babesiose oder etwas anderes verursacht werden. Manchmal sind Babesia-Parasiten in einem Blutausstrich sichtbar. Die Diagnose Babesiose kann dann direkt gestellt werden. Sollte das mit einem Ausstrich nicht gelingen, wird weitere Forschung folgen, wie z.B. der Nachweis von Antikörpern gegen Babesia.

Wie wird eine Babesiose behandelt?

Bei ansonsten gesunden Menschen ist eine Behandlung nach einer Babesiose-Infektion nicht immer erforderlich. Sie erholen sich innerhalb von zwei bis drei Wochen vollständig. Aber gerade weil Babesiose in Europa so selten vorkommt, führt ein Verdacht darauf meist zu einem schnellen und sorgfältigen ärztlichen Eingriff.

Es gibt spezielle Arzneimittel gegen Babesiose. Eine effektive Behandlung ist zum Beispiel die kombinierte Anwendung der Medikamente Atovaquon und Azithromycin. Chloroquin und andere Malariamittel sind bei einer Babesiose nicht wirksam.

Bei der Diagnose und Behandlung einer Babesiose sollte auf eine eventuelle Doppelinfektion mit anderen Erregern geachtet werden, die Zecken übertragen können. Denke hierbei an eine Infektion mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi, das die Krankheit Lyme-Borreliose verursacht.